SantaromDie Tomate gehört zu den Nachtschattengewächsen. Ihre Heimat ist Süd- bzw. Mittelamerika, von wo sie im 16. Jh. mit spanischen Eroberern nach Europa gelangte. Sie wurde lange Zeit als Zierpflanze kultiviert, weil ihre Früchte für giftig gehalten wurden. Erst im 19. Jh. etablierte sie sich in Europa.

Es gibt einige tausend Tomatensorten am Markt – die Schätzungen liegen zwischen 4.000 und unglaublichen 10.000 Sorten weltweit.

Unser Interesse gilt nicht denF1-Hybriden, sondern samenechten Sorten.

Zur Information: Hybriden sind meist einheitlich in Größe, Form und Farbe. Sie werden auf hohe Erträge gezüchtet, was meistens auf Kosten des Geschmacks geht. Sie haben eine dicke Schale um gut transportfähig zu sein. F1-Hybriden sind die erste Tochtergeneration, die aus einer Kreuzung zweier Inzucht-Elternlinien hervorgeht. Hybriden können nicht selber vermehrt werden, sie lassen sich nur vom Züchter immer wieder aufs neue herstellen. Sie werden deshalb auch Einmalsorten genannt – Samen müssen jedes Jahr neu teuer gekauft werden. Sie sind eher für den kommerziellen Anbau geeignet als für den Hausgarten.

Samenechte Sorten sind für den Anbau im Hausgarten nicht nur aus Kostengründen attraktiv. Erstens schmecken sie noch nach Paradeiser und zweitens können Samen für die nächste Saison ganz leicht geerntet werden – Samen einfach aus vollreifen Früchten herauslösen und trocknen. Diese im eigenen Säuremantel getrockneten Samen sind bei trockener und kühler Lagerung mindestens 5 Jahre haltbar. Größere Samenmengen werden fermentiert, wobei sich die gallertartige Masse, welche die Samen umgibt, auflöst. Auch samenechte Sorten bringen bei richtiger Pflege hohe Erträge. Wenn man etwas experimentiert, findet man sicher die richtigen Sorten, die auch in seiner Gegend krankheitsresistent wachsen. Als Hausgärtner legt man keinen so großen Wert auf ebenmäßige, gleich große Früchte, die alle gleichzeitig reif werden. Ich finde, sie müssen schmecken, so wie sie früher geschmeckt haben – eben nach Paradeiser.

Jetzt sind wir schon bei meinen Favoriten, nämlich den alten Sorten, die es früher gegeben hat und die langsam vom Markt verschwinden – wenn es nicht die Arche Noah und engagierte ErhalterInnen  gäbe. Die Arche Noah ist eine Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt mit Sitz in Schiltern, Niederösterreich. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, alte und gefährdete  Gemüse- und Obstsorten, die aus dem EU-Katalog gestrichen wurden, zu erhalten und weiterzugeben. Es wäre doch schade, wenn Sorten, die bereits unsere Großmütter angebaut haben, vom Markt verschwinden. Ich bin Mitglied bei der Arche Noah und beziehe dort meine Tomatensamen, bzw. bei anderen Mitgliedern und überall dort, wo ich interessante Sorten entdecke.

Das Interesse an diesen meist alten Sorten ist sehr groß, weil es eine riesige Vielfalt gibt.

Es gibt eben nicht nur rote und gelbe Tomaten – es gibt fast schwarze, gestreifte, gepunktete, flaschenförmige, eiförmige, birnenförmige….. ich kann gar nicht alle Varianten aufzählen. Und weil es so viele verschiedene gibt, kommt wieder meine Sammelleidenschaft durch. Inzwischen habe ich schon ein recht nettes Sortenarchiv und jährlich kommen neue dazu – wie sollte es auch anders sein.

 

ReisetomateWissenswertes rund um die Tomate auf anderen Websites:

Tomatenanbau – Der Bio-Gärtner

Tomatenanzucht und Pflege – Tomatenundanderes

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn – Gartentagebuch

Tomatenkrankheiten – Tomatenfreuden

 

 

 

Zur Sortenliste 2018

 

GARTENGALERIE Wonderful nature – Guggi & Gerhard Tischler

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