Ein Regendach ist immer vorteilhaft, es schützt vor Krankheiten, die durch häufigen Regen gefördert werden.

Tomatenhauben sind nicht empfehlenswert, da sie auf den Blättern aufliegen. Die Pflanzen trocknen nicht gut ab und bekommen schneller Pilzkrankheiten.

Wichtig ist ein weiter Abstand: 70 cm in der Reihe und 100 cm zwischen den Reihen ist vorteilhaft.

Tomaten wollen immer am selben Standort sein. Bei perfektem Bodenleben ist das möglich. Bei Krankheiten ist jedoch ein Ortswechsel angezeigt. Im Tomatenhaus oder Glashaus müsste die oberste Erdschicht ausgetauscht werden.

 

Düngung:

  • Nach dem Auspflanzen bevor die Tomatenpflanze zu wachsen beginnt, erfolgt zuerst das Wachstum der Wurzeln. Daher ist es wichtig die Pflanze nach dem Verpflanzen eher trocken zu halten und keine schnell wirksamen Dünger zu verabreichen. Die Pflanze soll nämlich auf der Suche nach Nährstoffen und Wasser ein möglichst großes Wurzelwerk ausbilden. Wenn man am Anfang zu viel Dünger gibt, werden die Wurzeln unzureichend ausgebildet. Die Wurzeln können dann später die Pflanze nicht richtig versorgen und diese wird krankheitsanfällig – Ernährungsstress. Die Rede ist von schnell wirksamen mineralischen Düngern.
  • Biodünger und Hornspäne sind sanfte Langzeitdünger, sie entfalten ihre Wirkung erst nach und nach.
  • Urgesteinsmehl ist ein Bodenhilfsstoff – es fördert nachhaltig die Verbesserung der Bodenstruktur, aktiviert das Bodenleben und schafft so ideale Bedingungen für das gesunde Wachstum der Pflanzen.
  • Kompost enthält alle Nährstoffe die Pflanzen fürs Wachstum brauchen – Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Kalk (CaO) sowie alle Spurennährstoffe.
  • Tomaten brauchen Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium.
  • 4 – 5 l gut verrotteter Kompost oder 100 -150 g organischen Düngers pro m2 ca. 4 Wochen vor der Pflanzung in Erde einarbeiten und abdecken – mulchen.
  • Oder bei der Pflanzung eine Handvoll Biodünger, z.B. Biofert, einige Hornspäne und etwas Urgesteinsmehl oder etwas Kompost mit Erde vermischen und Pflanzloch damit füllen.
  • Keine hohen Stickstoffgaben. Stickstoff macht das Gewebe schwammig und krankheitsanfällig.
  • Auf den Grund des Pflanzloches kann man eine Handvoll geschnittene, frische Brennnessel legen und etwas mit Erde bedecken, dann die Pflanze draufstellen.
  • Kein Blaukorn verwenden! Keine schnell wirkenden mineralischen Dünger!
  • Nicht zu viel düngen! Tomaten eher mager halten!

 

 

Bodenabdeckung (Mulch) mit Stroh, Brennnessel, Gartenfaser oder Mulchfolie. Stroh entzieht dem Boden aber beim Verrotten Nährstoffe, vor allem Stickstoff. Gartenfaser nach dem Aufbringen (ca. 3 cm dick) sofort angießen, die Fasern verkeilen sich dann ineinander – verhindert Unkrautwuchs, schützt den Boden vor Austrocknung, Erosion und Verschlämmung.

Tomaten nicht in der Nähe von Kartoffel anbauen.

Pflanze nicht vollständig entblättern! Sie muss alle Blätter behalten. In den Blättern werden jene Stoffe aufgebaut, mit der die Pflanze ihre Früchte produziert. Wenn das Laub entfernt wird, bekommt die Pflanze Stress – die Wurzeln nehmen nach wie vor die Nährstoffe auf und die Pflanze weiß nicht wohin damit. Diese Nährstoffe werden wieder in der Frucht abgelagert.

Nur die unteren Blätter sollen entfernt werden, ca. 30 cm. Blätter sollen nicht auf der Erde aufliegen und nicht es soll beim Gießen keine Erde auf die unteren Blätter gespritzt werden.

Auch auf das Entspitzen sollte man verzichten. Fehlen die oberen meist noch gesunden Blätter können die Pflanzen nicht mehr ausreichend assimilieren.

Pflanze tiefer setzen als sie im Topf gestanden hat. Dadurch bilden sich am unteren Stängel zusätzliche Wurzeln und die Pflanze kann mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen.

Maximal 2-3 Triebe stehen lassen, in Topfhaltung nur einen. Pflanzen immer ausgeizen – mit der Hand ausbrechen, sobald die Nebentriebe 5 – 10 cm lang sind. Buschtomaten brauchen nicht ausgegeizt zu werden! Eintriebig gezogene Pflanzen haben frühe Ernten und die größten Früchte, die Pflanzen sind auch gesünder.

Die Pflanzen brauchen Stützstäbe und müssen festgebunden werden. Oder Wellstäbe, in die sie gedreht werden. Oder im Tomatenhaus mit Schnüren. Alte, gebrauchte Holzstäbe jedes Jahr erneuern, vor allem wenn die Pflanzen im Vorjahr eine Pilzerkrankung hatten. Metallstäbe vor jedem Einsatz mit Seifenlauge oder kochendem Wasser gründlich reinigen. Bei Pilzerkrankung im Vorjahr die Stäbe mit Alkohol, Spiritus oder heißer Sodalösung desinfizieren oder mit Gasbrenner abbrennen! Scheren mit 70%igen Alkohol reinigen

Nach dem Auspflanzen nur mäßig gießen, um die Wurzelbildung anzuregen. Tomaten auch später nicht zu viel gießen – sie können an heißen Tag ruhig etwas hängen. Wenn sie zu viel gegossen werden, bilden sich auf den Blättern Wassertropfen, die Pflanze versucht dadurch überschüssiges Wasser loszuwerden – und nasse Blätter sind schlecht.

Bei Fruchtbildung sind häufige, aber mäßige Wassergaben notwendig, die Früchte werden dadurch aromatischer. Durch unregelmäßiges Gießen besteht die Gefahr, dass die Früchte platzen, besonders Cocktailtomaten.

 

 

Tomatenkultur in Töpfen oder Kübeln:

  • Am besten eintriebig ziehen. Nach und nach die unteren Blätter entfernen, so dass ca. 40 cm frei bleiben. Das verbessert die Ventilation und verringert Pilzbefall.
  • Ausreichend große Töpfe verwenden – Minimum 20 Liter = Durchmesser von 30 cm und 30 cm hoch.
  • Gute, durchlässige Erde verwenden. Biodünger oder gut verrotteten Kompost unter Erde mischen. Nicht zu viel Stickstoff!
  • Mäßig angießen um Wurzelbildung zu fördern.
  • Gießen, wenn notwendig. Nicht immer nass halten. Keine Staunässe!

 

 

Zusammenfassung:

  • Pflanzen überdachen
  • Weiter Pflanzenabstand, 70cm – Pflanzen mehr Luft und Raum geben
  • Keine hohen Stickstoffgaben
  • In der Früh gießen, nur im Wurzelbereich gießen, Blätter nicht nass machen. Nicht zu viel gießen. Tomaten eher trocken halten.
  • Gute Belüftung, keine stickige Luft
  • Pflanzen tief setzen
  • Untere Blätter entfernen, ca. 30 cm.
  • Alle anderen Blätter nicht entfernen, nicht entspitzen
  • Boden abdecken – Mulchen
  • Rechtzeitig ausgeizen
  • Hygiene: sauber arbeiten

 

Tomatenkrankheiten und Besonderheiten:

Blütenendfäule: die Früchte werden an der Spitze zuerst glasig, dann schwarz. Ist keine Pilzkrankheit!

  • Betroffen sind eher festfleischige, längliche, flaschenförmige Sorten, die wenig Saft haben
  • Ursache ist ein Kalzium-Mangel in der Pflanze – die Pflanze kann das Kalzium nicht aufnehmen, obwohl der Boden meistens gut mit Kalzium versorgt ist
  • Verursacht durch:
  • unregelmäßiges Gießen
  • zu viel Gießen
  • hohe Temperaturschwankungen, große Hitze
  • zu dichter Stand
  • zu viel Dünger, vor allem Stickstoff – Stickstoff verdrängt Kalzium! Zu hohe Kompost- oder Pferdemistgaben, zu viel Hornspäne
  • Vorbeugung:
  • Weniger düngen – Tomaten eher mager halten!
  • Urgesteinsmehl streuen

 

Kraut- und Braunfäule: Blätter bekommen zuerst braune Flecken und einen weißen Pilzbelag an der Blattunterseite. Sie kräuseln sich ein und trocknen aus. Die Krankheit breitet sich dann weiter auf den Stängel aus, welcher schwärzliche Flecken bekommt. Die Früchte werden braun und ungenießbar. Die Pflanze stirbt innerhalb wenige Tage.

  • In kühl-feuchten Sommern. Verregnete Sommer halten auch die robustesten Pflanzen nicht aus. Komplett resistente Sorten gibt es nicht! Pilze keimen bei ca. 8 Stunden Blattfeuchte.
  • Befallene Blätter und Früchte sofort entfernen – keinesfalls auf den Kompost. Mit Magermilch oder Zwiebeltee spritzen, wenn die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Ansonsten müssen alle Pflanzen entsorgt werden – nicht zum Kompost geben!
  • Vorbeugung:
  • Nicht zu früh setzten – schwache Pflanzen sind anfälliger
    • Größerer Pflanzenabstand – 70 cm sind ideal
    • Stickstoffzufuhr verringern. Zuviel Stickstoff führt zu schwammigem Gewebe und macht die Pflanze krankheitsanfällig – Pilzsporen können leicht eindringen
    • Regenschutz – Pflanzen überdachen
    • Nur im Wurzelbereich gießen, Blätter trocken halten. Erde durch Spritzwasser darf nicht auf die Blätter kommen!
    • Reduktion der Feuchtigkeit durch weniger Wassergaben
    • Bodenabdeckung mit Brennnessel, Rasenschnitt, Stroh oder Gartenfaser
    • Nicht in Nähe von Kartoffel anbauen
    • Hygiene: Pfähle, Stäbe oder Drähte mit kochendem Spülmittel-Wasser oder 70%igen Alkohol reinigen, Abflämmen ist auch möglich. Erreger können dort überwintern.
    • Robuste Sorten setzten, vor allem ins Freiland. Resistente Sorten gibt es nicht. Lange Regenperioden hält auch die robusteste Sorte nicht aus.
    • Urgesteinsmehl streuen, auch die Blätter damit bestreuen.
  • Spritzung mit Magermilch: Pflanze wöchentlich ab Juli/August mit einer selbst hergestellten Spritzlösung aus Magermilch besprühen – 100 ml Magermilch, 1 Liter Wasser.
  • Spritzung mit Zwiebeltee: 70g geschnittene Zwiebel mit Schale in 1 Liter Wasser aufkochen. Nach dem Abkühlen durch ein Sieb in eine Sprühflasche gießen und alle Pflanzen wöchentlich ab Juli/August damit besprühen.
  • Spritzungen mit Schachtelhalm: Pflanzenstärkung – von Vegetationsbeginn bis Ende Sommer alle 2 Wochen
  • Das Besprühen nur an trockenen Tagen durchführen, die Pflanze muss schnell abtrocknen! Aber nicht in der ärgsten Mittagshitze.

 

Virusbefall: Übertragen wird der Schaderreger durch Berührungen, Läuse und mechanische Verletzungen sowie durch virusbefallenes Saatgut.

Vorbeugung: Gesundes Saatgut und rigorose Bekämpfung stechender und saugender Insekten, wie Läuse.

  • Gurkenmosaikvirus
  • Blätter sind fadenartig, Triebspitzen verkümmern
  • Kranke Pflanzen vernichten
  • Kein Saatgut entnehmen!
  • Tabakmosaikvirus
  • Die Blätter sind mosaikartig hell- und dunkelgrün verfärbt, das Gewebe ist sehr fest und die Pflanze ist im Wuchs sehr gestaucht
  • Kranke Pflanzen vernichten
  • Kein Saatgut entnehmen!Grauschimmel: grauer Belag an Stängel, Blätter und Früchten, wenn Licht, Wärme, Trockenheit fehlen.
  • Tritt eher auf im feucht-kalten Herbst
  • Abernten, Saison ist eigentlich schon zu Ende

Fehlender Fruchtansatz: Pflanzen blühen, aber bilden keine Früchte. Blüten sterben ab.

  • Eine zu hohe Stickstoffversorgung kann zu weniger Fruchtansatz führen.
  • Bei zu heißen Temperaturen vertrocknen die Tomatenblüten.
  • Tomatenpflanzen werfen die Blüte ab, wenn es nachts über mehrere Tage hinweg zu kalt ist. Zwölf Grad Celsius sollten dabei nicht unterschritten werden.
  • Blüten werden nicht befruchtet – Tomaten sind Selbstbefruchter, durch ein leichtes Schütteln wird der Bestäubungsmechanismus der Blüten ausgelöst. In Profianbau übernehmen Hummelvölker diese Aufgabe.
  • Die Tomatenblüten sind mit einem Bakterium befallen und sterben ab – grau-schwarzes abgestorbenes Blütenteil mit gelbem Vorhof. Kann man nicht behandeln.
  • Tritt in kühl-feuchten Sommern und im Herbst häufiger auf
  • Symptom nimmt leider zu!

 

Grünkragen: Feste Stellen am oberen Teil der Frucht rund um den Stielansatz. Der obere Teil der Früchte bleibt hart und wird nicht reif. Man muss einen Teil der Frucht wegschneiden.

  • Ist teilweise sortenbedingt oder
  • Ernährungsstress: die Pflanze nimmt mehr Nährstoffe auf, vor allem Stickstoff, als sie verwerten kann. Die überschüssigen Nährstoffe werden dann in der Frucht abgelagert. Oder
  • Tomatenlaub wird im Spätsommer entfernt: In den Blättern werden jene Stoffe aufgebaut, mit der die Pflanze ihre Früchte produziert. Wenn das Laub entfernt wird, bekommt die Pflanze Stress – die Wurzeln nehmen nach wie vor die Nährstoffe auf und die Pflanze weiß nicht wohin damit. Diese Nährstoffe werden wieder in der Frucht abgelagert. Blätter unbedingt an der Pflanze lassen!

 

Aufgeplatzte Früchte: Die Pflanze kann bei starken Temperaturunterschieden das aufgenommene Wasser nicht verdunsten. Es lagert sich in den Früchten ab, es entsteht ein Druck, die Früchte platzen auf. Wenn Luftfeuchtigkeit sich verringern würde, würde es wiederzuheilen. Früchte können trotzdem verarbeitet werden, z.B. in Soßen.

  • Großer Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht
  • Starker Wechsel von sonnigem und bedecktem Wetter
  • Vor allem im Herbst

 

Blätter verändern sich:

  • Zusammengerollte Blätter
  • teilweise sortenbedingt, z.B. Andenhorn
  • Ochsenherztomaten haben lange, dünner Blätter, das ist normal
  • wegen Trockenheit – Pflanze reduziert Blattoberfläche
  • Überdüngung, vor allem Stickstoff

 

Herbizidschäden:

  • Tomaten reagieren sehr empfindlich auf Herbizide
  • Innerhalb weniger Tage verkrüppeln Triebspitzen und Blätter
  • Pflanze kümmert dahin
  • Entweder wenn Nachbar spritzt durch Wind oder Boden ist konterminiert