Echinacea_ rotWarum Kräuter selber anzubauen?

  • Kräuter sind eine Bereicherung für jeden Garten – sie sind hübsch und die meisten duften herrlich.
  • Sie stehen uns für Küche und Gesundheit jederzeit zur Verfügung.
  • Sie sind wertvolle Futterpflanzen für viele Insekten. Sie locken viele Tiere in unsere Gärten.
  • Sie sind relativ unkompliziert und widerstandsfähig.
  • Sie können positiv auf andere Pflanzen einwirken.

 

Heil- und Gewürzkräuter sind sehr kraftvolle Pflanzen. Wenn wir uns mit ihnen beschäftigen, profitieren wir von ihren positiven Energien.
Wir brauchen übrigens nicht unbedingt einen riesigen Garten um Kräuter für den Hausgebrauch zu kultivieren. Es genügt schon eine sonnige Gartenecke, eine Terrasse, ein Balkon oder sogar eine sonnige Fensterbank. Ein Kräutertopfgarten sieht genauso hübsch aus wie z. B. eine Kräuterspirale oder ein Kräuterhügel. Kräuter passen genau so gut ins Gemüsebeet, zwischen andere Pflanzen und sind tolle Rosenbegleitpflanzen. Wir müssen nur auf die gleichen Standort-Bedingungen achten.

 

KraeuterhuegelKultur der Kräuter

Die meisten Kräuter sind Sonnenkinder. Sie bilden an einem sonnigen Standort besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe.

Der Boden ist ausschlaggebend für gesundes Wachstum. Mediterrane Kräuter, wie Thymian, Lavendel, Salbei lieben trockene, sandige, eher magere Standorte, während Minze eher einen feuchten, humus- und nährstoffreichen Boden möchte. Er soll durchlässig und gut gelockert sein.
Für die Kübelhaltung eignet sich wirklich gute Blumenerde. Es lohnt sich nicht beim Substrat zu sparen. Sie und vor allem ihre Pflanzen werden keine Freude mit nasser, zusammengeklumpter Erde haben.

Organische Dünger erhöhen den Humusgehalt und fördern das Bodenleben.
Bei Topfpflanzen kann man ins Substrat Gesteinsmehl, Hornspäne oder Algenkalk mischen. Diese Nährstoffe stehen den Pflanzen dann nach und nach zur Verfügung. Ich experimentiere gerade mit EM- effektive Mikroorganismen, die das Bodenleben aktivieren sollen und die Pflanzen stärken und die Widerstandskraft erhöhen sollen. Das ist sehr spannend.

Vor allem bei Topfpflanzen dürfen wir das Gießen nicht vergessen. Sie trocken bei Hitze und Sonneneinstrahlung schnell aus. Am besten gießt man direkt an die Wurzeln, überbrausen begünstigt nur Pilzkrankheiten. Kräuter, die im Garten ausgepflanzt wurden, brauchen nach dem Anwachsen eigentlich nicht mehr gegossen werden, außer bei langen Trockenperioden.

Wenn die Kräuter kräftig gewachsen sind, ist es Zeit für die Ernte. Die meisten Kräuter können laufend geerntet werden. Bei krautigen Arten, wie Petersilie und Schnittlauch werden die ganzen Blätter geschnitten. Sie wachsen dann von unten wieder nach.
Bei verholzenden Pflanzen, wie Salbei, Basilikum und Rosmarin schneidet man die Triebspitzen. Die Pflanze wird dadurch zu buschigem, kompaktem Wachstum angeregt.
Das Arbeitswerkzeug soll sauber und scharf sein, um die Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.
Kräuter nicht nach längerem Regen zum Trocknen ernten, weil sie dann wenig Inhaltsstoffe enthalten. Am besten ist der frühe Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.

Nach der Ernte die Kräuter so schnell wie möglich verarbeiten. Die einfachsten Methoden sind das Trocknen und das Einfrieren. Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Dill eigen sich besser zum Einfrieren. Harte Stiele entfernen, Kräuter hacken und in Gefrierbeutel oder Dosen einfrieren. Verwendet werden sie im noch gefrorenem Zustand.
Thymian, Salbei oder Bohnenkraut sollte man trocknen. Entweder in Sträußen kopfüber aufhängen oder dünn auf Packpapier auflegen. Der Ort muss trocken, schattig und gut belüftet sein. Sie sollen in 4-5 Tagen durchgetrocknet sein.
Getrocknete Kräuter immer trocken, licht- und staubgeschützt lagern. Gut geeignet sind spezielle Teedosen aus Metall oder Schraubgläser aus braunem Glas. Darauf achten, dass sie immer gut geschlossen sind. Sie können dann ein Jahr lang aufbewahrt werden – bis zur nächsten Ernte.

 

Kräutertee: Ein Tee mit frischen Kräutern schmeckt meist aromatischer als ein Tee aus getrockneten Kräutern. Da frische Kräuter einen höheren Wasseranteil haben, braucht man mehr davon. Ca. eine Handvoll Kraut mit 1 Liter Wasser überbrühen. Er färbt sich schwächer, das ist normal.

Kräuteröl: 7 – 10 Zweige frischer Kräuter mit 1 Liter Öl in eine Flasche geben. Am besten eignet sich kalt gepresstes Olivenöl. 2-3 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen, dabei hin und wieder schütteln. Kann zum Würzen verwendet werden oder abgeseiht auch als Massage- und Körperöl.

Kräuteressig: 5-8 frische Kräuterstängel auf 1 Liter guten Weinessig in eine Flasche geben. Gut verschließen, 1-2 Wochen an einen hellen Platz. Dann verwenden. Entweder abseihen oder mitsamt Kräutern.

Übrigens – den Kräutern scheint es nichts auszumachen, wenn wir sie ernten, verarbeiten oder essen – wenn wir dies mit Respekt und Achtung machen. Wir müssen sie nur möglichst schonend ernten und dafür sorgen, dass sie nachwachsen können.

GARTENGALERIE Wonderful nature – Guggi & Gerhard Tischler